Problemkreuzung Bad Fredeburg: Gespräche mit Straßen.NRW ohne Erfolg – jetzt die Wendung

 

Bad Fredeburg. Die umstrittene Kreuzung B511/Leißestraße in Bad Fredeburg ist weiter Thema bei der Stadtverwaltung. Eine neue Entwicklung sorgt jetzt für eine Wendung.

Spätestens seit Eröffnung der Umgehungsstraße im September 2023 ist die Kreuzung immer wieder im Gespräch: Am Sauerlandbad in Bad Fredeburg, wo B511, Leißestraße und die K36 nach Ebbinghof zusammentreffen, gibt es immer wieder Probleme mit Rückstaus, gefährlichen Situationen und Vorfahrtsmissachtungen.

Schon lange fordern Ratsmitglieder und Anwohner eine Lösung. In der Kritik steht auch, warum die Kreuzung nicht schon bei den Bauarbeiten zur Umgehungsstraße gleich mit umgebaut wurde – die endeten direkt an der Kreuzung. Zuletzt wurde das Thema im Dezember vergangenen Jahres im Rat diskutiert, als die Fraktion der BFS einen Antrag einreichte, mit dem sie den Bau eines Kreisverkehrs bewirken wollte. Die Begründung: „Durch den fertiggestellten Ausbau der Ortsumgehung hat sich die Verkehrssituation an der Kreuzung komplett verändert.“

Straßen.NRW sieht trotz Beschwerden keinen Handlungsbedarf an Kreuzung

Daraufhin hatte die Stadtspitze um Bürgermeister Johannes Trippe das Thema erneut mit zum Gespräch mit dem Landesbetrieb Straßen.NRW genommen – der ist als Straßenbaulastträger für die Bundesstraße zuständig.

Das Problem: Bisher hatte Straßen.NRW keinen Handlungsbedarf gesehen. Im vergangenen Jahr waren die Fahrbahnmarkierungen erneuert worden. Ansonsten sah der Landesbetrieb keinerlei Probleme mit der Kreuzung. Auch, weil sie bei der Polizei nicht als Unfallkreuzung bekannt war. Genau diese Begründung war auch beim Gespräch zwischen Stadt Schmallenberg und Landesbetrieb Thema gewesen, berichtete Trippe vor dem Rat im März. Eine Einigung konnte nicht erzielt werden – die Bemühungen um die Problem-Kreuzung galten schon als erfolglos.

Unfallhäufungsstelle: Polizei erkennt Kreuzung als besonders gefährlich an

Dann brachte aber ausgerechnet die Polizei wieder Bewegung in die Sache: Denn bei der Auswertung der Verkehrsunfallstatistik 2025 stellte sich heraus, dass die Problem-Kreuzung bei der Polizei jetzt doch als sogenannte Unfallhäufungsstelle geführt wird.

„Es handelt sich dabei um eine Ein-Jahres-Unfallhäufungsstelle“, erklärt Polizeipressesprecher Pascal Kraas gegenüber dieser Zeitung. Das bedeutet: Im vergangenen Jahr ereigneten sich drei Unfälle mit entweder erheblichem Sachschaden oder Personenschaden, die aus den gleichen Gründen passierten.

Im Überblick: Im Mai wurde eine Autofahrerin bei einem Vorfahrtsunfall leicht verletzt, im August zwei Personen bei einer Vorfahrtsmissachtung schwer. „Der letzte Unfall, der in die Bewertung einfloss, ereignete sich erst im Dezember 2025“, so Kraas. Da wurde zwar niemand verletzt, aber es entstand ein erheblicher Sachschaden.

Und genau wegen dieser Einschätzung der Polizei untersucht jetzt eine Unfallkommission die Gefahren-Kreuzung in Bad Fredeburg – da werden auch andere, weniger gravierende Unfälle in die Bewertung einbezogen. Und dann soll es eine Entscheidung geben, wie die Situation vor Ort entschärft werden kann. „Die Kommission berät sich in wenigen Wochen“, erklärt Johannes Trippe. Wie genau es weitergeht, ist noch unklar, aber immerhin wird jetzt eine Lösung angestrebt.

Quelle: Westfalenpost v. 01.04.2026 von Katharina Kalejs, Redakteurin für Meschede und Schmallenberg